Tiergerechte Haltung für Vögel - Argumente, Erlebnisberichte, Fotos -
nur gemeinsam ist nicht einsam
Hallo Ihr da, ich bin der Günter. Ich bin ein neuer Schwarmkollege von Horst,
der sich hier auch schon vorgestellt hat.
Leute, ich hab das Aufregendste erlebt, was man sich vorstellen kann! Ich habe gestern 4 neue Freunde gefunden! Und alle können reden und fliegen und so. Nicht so wie mein alter Freund, der Plastikwelli. Der konnte irgendwie gar nichts. Ganz schön langweilig. Aber mal von vorne:
Ich hab bei einem netten Mädchen gelebt. Sie hat sich anfangs ganz toll um mich gekümmert, und wir waren Freunde. Das hat mich ein bisschen getröstet, weil ich nämlich zuvor all meine Geschwister und meine Eltern verloren hatte. So ganz alleine bei den Menschen, das ist schon irgendwie seltsam. Aber das Mädchen war sehr lieb, und so hatte ich wenigstens jemanden, mit dem ich reden konnte. Nur dummerweise hat sie nicht verstanden, was ich gesagt hab. Und ich sie auch nicht. Menschen machen so komische Geräusche!
Ich hatte außerdem noch zwei andere Freunde, meinen Spiegel und meinen Plastikkumpel. Aber irgendwie hab ich mich ziemlich blöd gefühlt, die immer vollzuquasseln. Die haben ja nie geantwortet! Das nette Mädchen hatte auch immer weniger Zeit.
Irgendwann kam dann so ein pelziges vierbeiniges Schleichtier ins Haus. Das hat mir eine Höllenangst gemacht. Das hockte immer vor meinem Käfig, und wollte mich fressen. Gruselig. Aber gottseidank haben meine Menschen den Käfig ab da nicht mehr aufgemacht. Naja. Auf die Dauer war das dann aber doch eher blöd. Ich konnte zwar nicht mehr gefressen werden, aber auch gar nicht mehr fliegen.
Und dann kam er, der besondere Tag. Es erschien ein fremder Mensch, und hat mich mitgenommen zu sich. Dort war alles anders. Ich habe vertraute Geräusche gehört - meine eigene Sprache! Ein paar Tage hab ich dann dort so rumgesessen. Wir waren bei einem Arzt (das ist eine sehr gemeine Unterart der Menschen). Der hat mir im Hals rumgebohrt!
Gestern war es dann so weit. Mein neuer Mensch hat mich mitsamt Käfig in einen anderen Raum gebracht. Und da sah ich sie: Vier Wellensittiche! Solche wie ich! Es war unglaublich! Ich hab meine eigene Sprache gehört, und ich konnte mit ihnen reden. Sie haben mich verstanden! Unglaublich!
Als mein Mensch dann meine Käfigtür geöffnet hat, hatte ich mich längst entschieden: Ich bin raus, so schnell ich konnte! Tschüss Plastikwelli, tschüss Spiegel, ich brauche Euch nicht mehr! Ich habe jetzt endlich wieder echte Freunde!
So, und jetzt wohn ich hier. Die erste Nacht war so schön, ich konnte die ganze Zeit dem beruhigenden Schnabelknirschen der Anderen lauschen. Ich glaube, so gut hab ich schon lange nicht mehr geschlafen. Und heute morgen durften wir direkt wieder fliegen. Es ist toll, seine Flügel wieder zu benutzen. Und überhaupt,
das Leben ist schön! Es gibt so viel zu entdecken hier! Deswegen hör ich jetzt
auch mal auf zu erzählen. Ich muss mir dringend den Fensterspielplatz noch mal
genauer ansehen. Und das Sisalseil. Und die Korkröhre. Und die ganzen tollen
Zweige! Und die Schaukeln. Und das Ding da auf der Fensterbank. Und den
Futternapf. Und die lustigen Ringe, die da hängen. Und an der Kordel da muss
ich auch noch rumkauen. Also, tschüss dann, bis demnächst!