Tiergerechte Haltung für Vögel - Argumente, Erlebnisberichte, Fotos -
nur gemeinsam ist nicht einsam
Irma hatte Glück im Unglück:
Sieben Jahre lebte sie allein bei einer Familie mit Kindern. Irma war
nicht zahm, kam nicht aus dem Käfig, auch wenn dieser offen
stand - wozu auch? Es war doch niemand da, der sie interessierte.
Die Familie kannte sich wenig aus, hielt Irma sogar wegen ihrer
bläulichen Wachshaut für einen Hahn. Eines Tages kam die
ehemalige Besitzerin zufällig auf die Seite eines Wellensittichforums.
Sie las und informierte sich - und schnell wurde ihr klar, was sie ihrem Vogel
antat. Sie wollte keinen zweiten Vogel und obwohl es ihr schwerfiel, Irma
(damals noch Tweety) abzugeben, suchte sie ein neues Zuhause unter Artgenossen
für sie.
Nachdem ich schon einen Einzelvogel aufgenommen hatte, der nach 1,5 Jahren Einzelhaltung völlig verschreckt auf die anderen Vögel reagiert hatte, hatte ich wenig Hoffnung, dass Irma sich sofort mit ihrer neuen Lebenssituation anfreunden konnte. Weit gefehlt! Als Irma das erste Mal die vielen Vögel sah, war sie so begeistert, dass sie gar nicht schnell genug in die Voliere kommen konnte. Sie konnte zwar nur noch flattern, da sich im Laufe der Jahre ihre Flugmuskulatur zurückgebildet hatte, aber sie gab alles! Sie setzte sich sofort in die Voliere und war begeistert, schaute alle interessiert an und hielt erst einmal ein Schwätzchen mit Pauline, die kurz zuvor auch aus Einzelhaltung zu mir gekommen war. Pauline und Irma bekamen bald den Spitznamen "die Kaffeetanten", denn sie saßen fast immer zusammen und schwatzten ein wenig, ohne sich viel zu bewegen. Inzwischen hatten beide Damen kurze Affären mit schnuckeligen Hähnen und sind dicke Freundinnen geblieben.