Tiergerechte Haltung für Vögel - Argumente, Erlebnisberichte, Fotos -
nur gemeinsam ist nicht einsam
Ich las in einer Internet-Annonce von einem einzelnen Wellensittich, der zahm war und bereits zu sprechen begann, und der vermittelt werden sollte.
Ich fürchtete, ein zahmer Einzelvogel könnte in einem Kinderzimmer
landen, als Spielzeug bei Bedarf und wollte dem Vögelchen ein Leben unter
Artgenossen ermöglichen. So bewarb ich mich um den Vogel, der
ungefähr 200 km von mir entfernt wohnte und konnte sogar durch
Zufall einen schnellen Transport hierher ermöglichen.
Tweety kam hier an, war superzahm, freundlich und ein hübscher grüner Hansibubi. Leider fand er die anderen Wellensittiche zunächst sehr beängstigend, fürchtete sich, traute sich nur, die Voliere zu inspizieren, wenn die anderen gerade nicht darin waren und floh sofort wieder in seinen Käfig, wenn die anderen ihn begrüßen wollten. Monate schlief er in seinem Käfig, den ich ihm nicht wegnehmen wollte.
Dann kaufte ich eine größere Voliere und beschloss, dass Tweety nun endlich ganz zu den anderen ziehen sollte. Ich war mittlerweile schon so verunsichert, dass ich mir nicht sicher war, ob ich ihm mit der Vergesellschaftung wirklich einen Gefallen getan hatte. Langsam, aber immer mehr nahm er dann doch Kontakt zu den anderen Wellensittichen auf, ließ sie immer mehr in seine Nähe und taute sichtlich auf. Mittlerweile ist er ein voll integriertes Schwarmmitglied, das sogar die Chef-Zicke Lumi füttern durfte. Er kommt immer noch gerne auf die Hand, lebt nun aber selbstbewusst und glücklich unter seinesgleichen.