Tiergerechte Haltung für Vögel - Argumente, Erlebnisberichte, Fotos -
nur gemeinsam ist nicht einsam
Spencer wurde zwei Jahre einzeln gehalten.
Diese ersten zwei Jahre verlebte er in der Küche in einem viel zu kleinen Käfig, dem man es ansah, das er in der Küche stand. Der ganze Kochdunst klebte noch an den Gitterstäben.
Die Küche muss wohl direkt neben der Eingangstür gelegen haben, denn Spencer hat die Türglocke perfekt nachgeahmt.
Bubi, so hieß Spencer vorher, war sehr, sehr scheu und traute sich nichts, aber auch gar nichts.
Er kannte keine Naturholzstangen, kein grünes Futter, kein Spielzeug.
Spencer brauchte ca. vier Monate, bis das Eis gebrochen war. Er hat sich
nämlich Hals über Kopf in meine Georgia verliebt. Es gab nur noch Georgia.
Morgens, mittags, abends. Aber dafür wurde er zutraulich.
Von ganz allein. Ich habe ihn weder bestochen noch gelockt, denn zahme
Wellis sind anstrengend. Nein, was ihn dazu bewegte, zu mir zu kommen,
war mein Leberwurstbrot, was ich eines Tages in der Hand hielt und vor der
Voliere stand.
Zack, war er auf dem Brot und machte es mir doch tatsächlich streitig.
Es gab eine heiße Grundsatzdiskussion, aber letztendlich hat er eingesehen, das dieses Menschenfutter nicht für Seinesgleichen gut ist.
Dafür ist er rotzfrech geworden, immer guter Dinge und manchmal bekomme ich auch ein Küsschen.
Mittlerweile lebt Georgia nicht mehr, dafür hat er Billy als Partner. Diese beiden hängen wie die Kletten aneinander und kuscheln und kraulen und füttern sich gegenseitig.
Außerdem schläft Spencer nicht in der Voliere. Das hat er seit seinem Einzug vor zwei Jahren nicht getan. Nein, sein heißgeliebter Schlafplatz ist der Wellibaum, wo er sich an dem Stamm kuschelt und sich in den Schlaf brabbelt.